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    (Photo: © Paul Valikoski)

Pas de deux #1 – Constructing Love

In Constructing Love, dem ersten Teil der neuen Reihe Pas de deux des Solistenensemble Kaleidoskop, erleben zwei Menschen Begegnung, Trennung, Vereinigung und Ende. Objekte und Klänge laden das Paar dazu ein, miteinander zu interagieren. Eine markante Choreographie spannt den Bogen zwischen individualistischem Nachsinnen und Momenten des gemeinsam Erlebten. Alain Badiou schreibt: „Denn jeder weiss, dass Liebe eine Neuerfindung des Lebens ist. Die Liebe neu zu erfinden, bedeutet diese Neuerfindung neu zu erfinden.“ In diesem Stück, das im Rahmen der Reihe New Empathies präsentiert wird, laden Milla Koistinen und Paul Valikoski das Publikum ein, über diese Neuerfindung nachzudenken.

Das „Pas de deux“ – die Schritte zu zweit, ursprünglich das Liebesduett des Ballets, ist der Moment der höchsten Virtuosität und Harmonie zweier Tänzer*innen. Das Solistenensemble Kaleidoskop löst mit der neuen Reihe, die die Musikalität des Körpers und die Körperlichkeit der Musik als Forschungsgebiet hat, diesen Moment aus seinem klassischen Zusammenhang und untersucht mit kurzen Duetten auch die andere Bedeutung des französischen Begriffs Pas de deux – Es gibt keine Zwei. Aus diesem Spannungsfeld der sich widersprechenden Bedeutungen zwischen Harmonie und Verneinung könnte eine „Liebeskonstruktion“ ganz nach Alain Badiou entstehen:

„Die Liebe hat zuerst mit einer Unterscheidung oder einer Trennung zu tun, die der schlichte Unterschied zwischen zwei Personen mit ihrer unendlichen Subjektivität sein kann. […] Anders gesagt, Sie haben in der Liebe ein erstes Element, nämlich die Unterscheidung, eine Trennung, einen Unterschied, eine ZWEI. Ausgehend von diesem Ereignis kann die Liebe beginnen und einsetzen. […] Die „Bühne der Zwei“ ist eröffnet.“ (Lob der Liebe, Alain Badiou)

Die Bühne der Zwei wird von einer Choreographin/einem Choreographen und einer Musikerin/einem Musiker von Kaleidoskop betreten, aber der Ausgang ist offen. Ob es zu einer Verschmelzung von Musik und Bewegung kommt, zu einer Gegenüberstellung oder letztendlich zu einer Trennung der beiden, wird jedem Duo selbst überlassen. So entstehen ständig sich changierende Konstellationen zweier Künstler*innen, die sich in einem gemeinsamen Arbeitsprozess immer wieder neu dem Ereignis der Begegnung, ihren Unterschieden und dem Risiko einer Liebeskonstruktion stellen.

Constructing Love ist das erste Duett der Reihe. Die finnische Choreografin Milla Koistinen und Paul Valikoski, Musiker und Performer vom Solistenensemble Kaleidoskop laden das Publikum ein, einen Raum von Objekten und Klängen zu betreten, in dem Begegnung, Trennung, Vereinigung und Ende gleichermaßen erlebbar werden.

New Empathies: In einem Klima des gesellschaftlichen Auseinanderdriftens erlebt der Begriff der Empathie derzeit eine Renaissance. Gilt die Fähigkeit zum Mitfühlen dabei einerseits als zentrales Mittel im Kampf gegen die Wut auf das vermeintlich Andere, wird in ihr andererseits die Gefahr einer sentimentalen Depolitisierung der Verhältnisse gesehen. Mit New Empathies startete das radialsystem im Juni 2019 eine Programmreihe, die sich über zwei Jahre hinweg in Konzerten, Installationen, choreografischen Arbeiten, Workshops und Gesprächen den Möglichkeiten einer Praxis des Empathischen nähert und deren Potenziale in Bezug auf künstlerische, technologische, politische und ökologische Fragestellungen beleuchtet.

Konzept, Choreografie und Musik: Milla Koistinen, Paul Valikoski
Künstlerische Leitung: Boram Lie

Pas de deux ist ein Projekt von Solistenensemble Kaleidoskop in Kooperation mit radialsystem. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.
New Empathies wird gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Medienpartner: tip Berlin, Exberliner, Ask Helmut und VAN.

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