Photo: Abschied © Büro Bum Bum

Abschied

Das Musiktheater "Abschied" widmet sich dem ungewissen Moment nach einem Ende. Gemeinsam mit Musiker*innen des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover erkundet das Solistenensemble Kaleidoskop die unbestimmte Zeitlichkeit danach; eine Phase des Übergangs, in welcher Stagnation und Transformationsprozess gleichzeitig wirken. Ausgangspunkt ist der letzte Satz "Adagio. Sehr langsam und noch zurückhaltend" aus Gustav Mahlers "9. Sinfonie". Durch eine Neukomposition erweitert und in kleiner Besetzung gespielt wird das Orchesterwerk performativ, klanglich und räumlich adaptiert. Durch diese Aneignung wird das vielschichtige Potential hinter dem romantischen Pathos der Sinfonie spürbar. Das Solistenensemble Kaleidoskop schafft damit erneut Musiktheater, das Hörgewohnheiten verschiebt und die Körperlichkeit der Musik sowie der Musikmachenden selbst in den Mittelpunkt stellt. mehr 

Photo: Nitsan Margaliot

Pas de Deux #2 – Second Skin Second Sky

In "Second Skin Second Sky", dem zweiten Teil der Reihe "Pas de Deux", betreten die Geigerin und Performerin Mari Sawada und der Tänzer und Choreograf Nitsan Margaliot die Bühne der Zwei. Wie zwei Weber*innen an einem Teppich, der von Klangereignissen und Bewegungsfragmenten durchzogen ist, lassen sie in Ihrem Zusammenspiel neue Muster und Pattern sichtbar und hörbar werden. Dabei schlüpfen sie immer wieder in die Rolle und den Körper der*des Anderen, lassen die Grenzen des eigenen Selbstverständnisses verschwimmen. Leichtfüssig, wie in einem Tagtraum, werden Bewegungen und Klänge gesammelt und spielerisch getauscht. Das Publikum wird dazu eingeladen, auf diesem imaginären Teppich Platz zu nehmen und sich für einen Moment in der Gegenwart zu versammeln. mehr 

Photo: © Paul Valikoski

Pas de deux #1 – Constructing Love

In "Constructing Love", dem ersten Teil der neuen Reihe "Pas de Deux" des Solistenensemble Kaleidoskop, erleben zwei Menschen Begegnung, Trennung, Vereinigung und Ende. Objekte und Klänge laden das Paar dazu ein, miteinander zu interagieren. Eine markante Choreographie spannt den Bogen zwischen individualistischem Nachsinnen und Momenten des gemeinsam Erlebten. Alain Badiou schreibt: "Denn jeder weiss, dass Liebe eine Neuerfindung des Lebens ist. Die Liebe neu zu erfinden, bedeutet diese Neuerfindung neu zu erfinden." In diesem Stück, das im Rahmen der Reihe "New Empathies" des radialsystem präsentiert wird, laden Milla Koistinen und Paul Valikoski das Publikum ein, über diese Neuerfindung nachzudenken. mehr 

Photo: Thomas Meadowcroft © Harry Schnitger

Die Kinder über dem Informationsmeer

Das Internet verführt manch Nutzer*in zur ungefragten und anonymen Äußerung in Bewertungen und Kommentaren. Dieses Phänomen macht auch vor der Musik keinen Halt und verdrängt zunehmend die klassische Konzertkritik. In Thomas Meadowcrofts neuem Werk „Die Kinder über den Informationsmeer“ für Kinderchor und Streichorchester zitiert der Mädchenchor II & III der Sing-Akademie zu Berlin kritische Reaktionen auf klassische Musik aus sozialen Medien und bringt zugleich Erwartungen an eine digitale Zukunft zum Ausdruck. Dem gegenüber stellt das Solistenensemble Kaleidoskop Schönbergs Klassiker „Verklärte Nacht“. Die Tondichtung handelt von einem Paar, das jenseits von gesellschaftlichen Erwartungshaltungen eine unkonventionelle Familie gründen möchte. Abgerundet wird das Programm durch das Acapella-Chorwerk „Memento salutis auctor“ des englischen Renaissance-Komponisten William Byrd. mehr 

Photo: SERGE © Büro Bum Bum

SERGE

“Das Musiktheater „SERGE“ von Luigi De Angelis und dem Solistenensemble Kaleidoskop ist inspiriert vom visionären russischen Kunstimpresario Sergei Diaghilev, Gründer der legendären Ballets Russes, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Musik- und Tanzwelt revolutionierte. In „SERGE“ verbinden sich Musik und Bewegung, Gesten und Mimik als gleichberechtigte Ausdruckselemente zu einer interdisziplinären Komposition. Ausgehend von ikonischen Werken der Ballets Russes, darunter Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune“, Ravels „Daphnis et Chloé“ und Saties „Parade“, entspinnt sich eine eigene ‚Choreographie der Verführung’. mehr 

Photo: Kolik

Kolik

Der Riss durch die Welt geht mitten durchs Gehirn. Im Blitzlichtgewitter der Synapsen orchestriert „Kolik“ die radikale Selbstbefragung eines sterbenden Ichs. Jannik Giger, Leo Hofmann und Benjamin van Bebber übersetzen Rainald Goetz’ apokalyptischen Monolog in ein vielstimmiges Solo für die Sopranistin Sarah Maria Sun, Elektronik und Instrumentalensemble. „Kolik“ ist ein zeitgenössisches Passionsspiel über den Krieg im Kopf, das Rauschen der Welt und unsere Verletzlichkeit in einer hyperbeschleunigten Gegenwart. mehr 

Photo: Modell „Der Opernwürfel“ © Georg Nussbaumer

Der Opernwürfel

Der von Justus von Liebig 1880 erfundene Brühwürfel (die zum Würfel gepresste Version von Liebigs Fleischextrakt) erwirkte eine Revolutionierung der Suppenküche. Der von Georg Nussbaumer erfundene Opernwürfel besorgt ähnliches nun fürs Musiktheater. In Form zahlreicher Klavierauszüge speichert er Kalorien aus 418 Jahren Operngeschichte. Auflösbar bleibt er in kleinere Würfel. Langsam wie ein schmelzender Eisberg wandert dieses Archiv der Oper dahin, während aus seinem Gedächtnis Text- und Notenpartikel sowie Anweisungen für Aktivitäten gefiltert werden. „Der Opernwürfel“ greift nach nichts weniger als dem gesamten Bestand der Opernliteratur! mehr 

Photo: Solistenensemble Kaleidoskop © Marius Glauer

inside/out

„inside/out“, ein Konzertprojekt des Solistenensemble Kaleidoskop mit Ernstalbrecht Stiebler, geht den Möglichkeiten einer Innenansicht von Klang und eines ‚Sich Hineinhörens‘ in fremde Klangräume nach. „inside/out“ präsentiert Musik von Komponist, die für Stiebler wichtige Bezugspunkte sind: Dieter Schnebel und Walter Zimmermann ebenso wie Mozart und Puccini. Die Aussenansicht bringt Rashad Becker ein, indem er sich die Musik Stieblers aneignet und auf seinen elektronischen Instrumenten neu zum Klingen bringt. mehr 

Photo: RETURNING HOME © Sebastian Mayer

RETURNING HOME

von Ludger Engels & Solistenensemble Kaleidoskop. Was passiert, wenn zwei Menschen nach langer Zeit wieder aufeinandertreffen? Sehnsüchtig wartet Penelope auf die Rückkkehr Ulisses, bis er nach Jahren des Krieges und des Umherirrens wieder auftaucht. Was ist geblieben von der einstigen Vertrautheit? Ist eine Heimkehr nach dem Durchlebten überhaupt möglich? Diesen Fragen geht das Musiktheater „RETURNING HOME“ in der Regie von Ludger Engels anhand von Monteverdis Oper „Il Ritorno d’Ulisse in Patria“ in Spiegelung mit Auszügen des koreanischen Liedzyklus' „Gagok“ aus dem 17. Jahrhundert nach. mehr 

Photo: Das Unsichtbare Kino © ÖFM/Bruno Klomfar

Eyes Wide Shut II: Les Vers Luisants

Film ist eine Klangkunst – Michel Chion, Filmtheoretiker und Pionier der Musique concrète, in einer Lektüre des Berliner Solistenensemble Kaleidoskop. Chions „leuchtende Verse“ stehen im Mittelpunkt musikalischer und theoretischer Projektionen im zweiten Teil der Konzertreihe „Eyes Wide Shut“, die der Verein .akut für das Unsichtbare Kino des Österreichischen Filmmuseums im Rahmen von Wien Modern zum Festivalthema Bilder im Kopf zusammengestellt hat. mehr