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    (Photo: Solistenensemble Kaleidoskop © Helge Krückeberg)

Bajazzo Road Opera

La commedia è finita!

Fast auf den Tag genau 125 Jahre nach der Uraufführung der Oper Pagliacci (Der Bajazzo) erfährt die veristische Oper von Ruggero Leoncavallo ausgerechnet im Berliner Kudamm Karree ein postdramatisches Update. Dort am Kurfürstendamm, wo sich gerade und wieder einmal gefühlte, gespielte und tatsächliche Realitäten – Theater- und Stadtgeschichte(n), die stille Ödnis des Verfalls und Massen von Bauplänen, enttäuschte Hoffnungen und hochfliegende Zukunftserwartungen, das Glitzern protzigen Konsums, staunende Touristenschwärme und zweifelnde Anwohner – ineinander verhaken und einander überlagern, nimmt Bajazzo Road Opera vom Solistenensemble Kaleidoskop, dem Regisseur Ludger Engels und dem Musiker und Performer Thomas Mahmoud ihren Ausgang.

Ein Repertoireliebling der italienischen Oper als Spielmaterial von Kaleidoskop, wohlbekannt und renommiert für seine genreübergreifenden Musikprojekte? Die eigentliche Geschichte ist kurz und tragisch. Aus dem Eifersuchtstheaterspiel wird am selben Ort blutige Realität, der Bajazzo – der tragische Clown – tötet die Liebe seines Lebens, seine Existenz liegt in Trümmern. Der Einbruch der Alltagswelt auf die Bühne stellte für das damalige Publikum von Pagliacci Theater als getrennte Erlebenssphäre schockartig in Frage. „Die Tränen der Bühne sind falsch“, heißt es im Prolog.

Bajazzo Road Opera greift diese Situation auf und transformiert sie in einem verlassenen Loft zu einer musikalischen Performance, die die Grenzen zwischen Theater und Wirklichkeit verwischt. Bajazzo löst sich auf im medialen Strudel. Thomas Mahmoud ist Stimme und Auge dieses Verlorenen, ein letztes, erschöpftes Fragment. Er und die Instrumentalisten von Kaleidoskop verkörpern jeweils einen emotionalen Zustand der zersplitterten Existenz der Figur des Bajazzo. Er begegnet sich in diesen Splittern wie im Spiegel, streift durch Gänge und Räume im Kudamm Karree, irrt über nächtliche Straßen der Stadt, gerät gegen seinen eigenen Willen in den Strudel der Unterwelt seiner Gefühle, die er nicht kennt – denen er aber gehorcht. Der Bajazzo ist sich selbst das größte Rätsel und wird sich selbst zuviel.

Bajazzo Road Opera entfaltet sich langsam und über gedehnte Verläufe. Insgesamt 12 Stunden dauert dieses musiktheatral mäandernde Gesamtkunstwerk. Aus dem klanglichen und visuellen Material der Aufführungen entsteht eine Installation, die tagsüber besucht werden kann. Die einzelnen Performances und Videostreams sind die Module, aus denen sich das Publikum seine eigene theatrale Erlebniswelt zusammensetzen kann. Offen für Zuschauer, die zu unterschiedlichen Zeiten ein- oder mehrfach hereinschauen, hören und fühlen möchten, und für solche, die sich für zwei oder zwölf Stunden ‚on the road‘ begeben mit einer Truppe fahrender Komoödianten der Jetztzeit.

Von: Ludger Engels, Tilman Kanitz, Thomas Mahmoud
Musik und Performance: Solistenensemble Kaleidoskop, Thomas Mahmoud
Regie: Ludger Engels
Musikalische Leitung: Thomas Mahmoud, Tilman Kanitz
Dramaturgie: Roland Quitt
Videodesign: Rodrik Biersteker
Couture: Pam Hogg
Licht und technische Leitung: Jurgen Kolb
Presse: k3 Berlin

Performance | Freitag, 05. Mai, 20:00 Uhr bis Samstag, 06. Mai, 08:00 Uhr
Installation | Samstag, 06. Mai, 08:00 bis 20:00 Uhr (Eintritt frei)
Performance | Samstag, 06. Mai, 20:00 Uhr bis Sonntag, 07. Mai, 08:00 Uhr
Installation | Sonntag, 07. Mai, 08:00 bis 20:00 Uhr (Eintritt frei)

Emmaline, Kudamm Karree
Kurfürstendamm 206 – 209
10719 Berlin

>>> KALEIDOSKOP-TICKETSHOP

Eine Produktion von Solistenensemble Kaleidoskop. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Pressekontakt:
k3 berlin – Kontor für Kultur und Kommunikation
Email: bureau@k3berlin.de
Tel.: 030 695 695 24

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